Insektenschutz-Lexikon

Pet-Screen

Pet-Screen ist ein besonders reissfestes Insektenschutzgewebe, das Krallen von Katzen und Hunden standhaelt – rund siebenmal stabiler als Standardgewebe.

3 Min. Lesezeit Zuletzt geprüft: 18. August 2026
Blick von innen durch ein feinmaschiges Insektenschutzgewebe nach draußen

Pet-Screen ist ein verstaerktes Insektenschutzgewebe fuer Haushalte mit Katzen oder Hunden. Waehrend normales Fiberglasgewebe unter Krallen nachgibt und schon nach kurzer Zeit Loecher bekommt, haelt Pet-Screen dauerhaft stand. Der Unterschied ist keine Marketingaussage, sondern eine Frage des Materials.

Was Pet-Screen von Standardgewebe unterscheidet

Standardgewebe besteht aus duennen Fiberglasfasern mit einer PVC-Ummantelung, typisch etwa 0,25 Millimeter stark. Pet-Screen verwendet deutlich dickere Faeden – meist um 0,45 Millimeter – und eine engere Verwebung. Das Ergebnis ist ein Gewebe, das je nach Hersteller etwa sieben Mal reissfester ist als die Standardvariante.

Merkmal Standardgewebe Pet-Screen
Fadenstaerke ca. 0,25 mm ca. 0,45 mm
Reissfestigkeit Referenz etwa 7-fach
Durchsicht sehr gut gut, minimal dunkler
Luftdurchlass sehr gut etwas geringer

Warum Katzen normale Fliegengitter zerstoeren

Das Problem ist selten boese Absicht. Katzen nutzen das Gitter als Kratzflaeche oder versuchen, sich daran hochzuziehen, wenn draussen etwas Interessantes passiert. Bei Standardgewebe reisst dann eine einzelne Faser – und ab da laeuft der Schaden weiter, aehnlich wie eine Laufmasche. Ein Loch von zwei Zentimetern reicht aus, damit das Gitter seinen Zweck verliert.

Hunde beschaedigen Gewebe eher durch Anspringen an Terrassentueren. Auch hier ist Pet-Screen die sinnvollere Wahl, gerade bei bodentiefen Elementen.

Was Pet-Screen leistet – und was nicht

Pet-Screen ist kratzfest, aber kein Absturzschutz. Das ist ein wichtiger Punkt, den wir bei der Beratung immer ansprechen: Ein Insektenschutzrahmen ist konstruktiv nicht dafuer ausgelegt, das Gewicht einer springenden Katze in einem oberen Stockwerk aufzufangen. Wer Absturzsicherung braucht, benoetigt ein dafuer gepruefetes System – ein Katzenschutzgitter, kein Insektenschutzgitter.

Pet-Screen verhindert also, dass Ihr Gitter nach einer Saison durchloechert ist. Es ersetzt keine Sicherungsanlage fuer Katzen im dritten Stock.

Optik: der ehrliche Kompromiss

Die dickeren Faeden bedeuten etwas weniger Durchsicht und etwas weniger Luftdurchlass als beim Standardgewebe. In der Praxis faellt das im Alltag kaum auf, im direkten Vergleich nebeneinander schon. Wer sehr grossen Wert auf maximale Transparenz legt und keine Tiere hat, faehrt mit Standardgewebe besser.

Ein haeufiger Kompromiss in der Praxis: Pet-Screen dort, wo das Tier tatsaechlich hinkommt – also an Terrassentuer, Balkontuer und den Fenstern im Erdgeschoss – und Standardgewebe in den oberen Etagen. Das spart Geld, ohne dass Sie auf Haltbarkeit verzichten, wo sie gebraucht wird.

An welchen Bauformen Pet-Screen moeglich ist

Wir bespannen praktisch alle Bauformen mit Pet-Screen: Spannrahmen am Fenster, Drehrahmen an der Tuer und mehrteilige Schiebeanlagen an Terrassenfronten. Bei Plissees ist das Gewebe technisch bedingt anders aufgebaut – hier gibt es keine echte Pet-Screen-Variante, weil das Material sich nicht dauerhaft falten laesst. Wer Katzen hat und eine Tuerloesung sucht, faehrt deshalb mit einem Drehrahmen oder einer Schiebeanlage in der Regel besser als mit einem Plissee.

Reinigung und Haltbarkeit

Pet-Screen ist unempfindlicher als Standardgewebe und vertraegt auch eine Buerste. Tierhaare setzen sich allerdings staerker im engeren Gewebe fest – einmal jaehrlich absaugen oder mit klarem Wasser abspuelen genuegt. Bei Beschaedigung laesst sich das Gewebe im Rahmen einzeln tauschen, der Aluminiumrahmen bleibt erhalten.

Woran Sie gutes Pet-Screen erkennen

Der Begriff Pet-Screen ist nicht geschützt. Es gibt daher Gewebe im Handel, die so heißen, aber kaum stärker sind als Standardware. Drei Merkmale helfen bei der Einordnung:

  • Fadenstärke: Seriöse Anbieter nennen sie. Unter 0,4 Millimetern ist es kein echtes Pet-Screen.
  • Material: Hochwertiges Pet-Screen besteht aus PVC-ummanteltem Polyester, nicht aus einfachem Fiberglas.
  • Haptik: Es fühlt sich spürbar steifer an und federt zurück, wenn man mit dem Finger dagegen drückt.

Beim Aufmaß bringen wir Gewebemuster mit. Der direkte Vergleich in der Hand sagt mehr als jede Produktbeschreibung – und Sie sehen zugleich, wie stark die Durchsicht tatsächlich beeinträchtigt wird.

Rahmen und Befestigung müssen mitspielen

Ein reissfestes Gewebe nützt wenig, wenn der Rahmen nachgibt. Wo Tiere regelmäßig gegen das Element drücken, verstärken wir daher auch die Konstruktion: stärkere Profile, zusätzliche Eckverbinder und bei Türen eine verschraubte statt geklemmte Befestigung.

Besonders relevant ist das an Terrassen- und Balkontüren. Dort trifft das volle Gewicht eines anspringenden Hundes auf das Element. Ein geklemmter Rahmen kann sich dabei lösen – mit Pet-Screen bleibt zwar das Gewebe heil, aber der Rahmen liegt am Boden. In Mietwohnungen, wo nicht gebohrt werden darf, wählen wir deshalb bewusst kleinere Elemente oder eine Schiebeanlage in eigener Führung.

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